
Vom Strohhalm zur Blase - drei Vasen
Preisträgerinnen und Preisträger des 17. Hessischen Gestaltungspreises17. Gestaltungspreis 2021
Für den 17. Hessischen Gestaltungspreis wurden insgesamt 60 Wettbewerbsbeiträge von 61 Bewerbern aus verschiedenen Berufsgruppen eingereicht.
Preisträger der Kategorie Möbel + Skulpturen
Preisträgerin Fee Guber
Fee Gruber
Nidda
Vita
- Jahrgang 1994
- 2017 Tischlergesellin
- 2018 Die gute Form, Bundesebene
- 2018 – 2021 Tischlerin und Projektleiterin bei Holzfreude GmbH
- 2019 Hessen Design Competition
- 2018 bis 2021 Weiterbildung zur Gestalterin im Handwerk an der Werkakademie Rohr
120° Tische
Beschreibung der Jury
120 Grad ist ein Universalmöbel. Der Titel weist auf das Konstruktionsprinzip hin, das auf diesem Winkel basiert. Drei mal 120 ergibt einen Kreis. Aus drei gleichen Modulen entwickelt, kann das Einzelmöbel auch modular kombiniert werden. Optisch leicht und filigran ist das Möbel von Flächen bestimmt, die tatsächlich dreieckige Körper sind. Die Jury überzeugte dieses simple Konzept, aus dem das modulare System und die raffinierte Verschlankung des Volumens mit nahezu unsichtbarem Gewicht entsteht.
120°-Tische von Fee Guber, Tischlerin
Preisträger der Kategorie Wohnen + Leben
Preisträgerin Wohnen + Leben
Nadine Cromme
Kelkheim
Vita
- Jahrgang 1963
- 1986 Gesellenprüfung zur Handweberin
- 1997 Abschluss Studium Handwerksdesign
- Aachen
- Mitglied im Berufsverband bildender Künstler
Leuchtobjekt
Beschreibung der Jury
Das Leuchtobjekt interpretiert die tradierte japanische Papierleuchte neu. Die semitransparente Erscheinung wird durch eine freie Weberei hergestellt, wobei der Schuss aus schräg zugeschnittenem Transparentpapier besteht. Daraus ergeben sich Partien diffusen und direkten Lichts, die durch das Transparentpapier oder schmale gewebte Linien dringen. Als Wirkung entsteht Ruhe und Spannung zugleich. Das scheinbar Zufällige des Gesamtauftritts, entwickelt aus Perfektion und Unregelmäßigkeit, hat die Jury überzeugt.
Leuchtobjekt von Nadine Cromme, Handweberin
Preisträgerin in der Kategorie Mode + Accessoires
Preisträgerinnen Mode + Accessoires
Lilian Würkner und Antonia Freund
Frankfurt am Main
Vita Lilian Würkner
- Jahrgang 1989
- 2013 Gesellenprüfung im Maßschneiderhandwerk
- 2013 bis 2017 Gesellin in einem Frankfurter Atelier
- 2018 Meisterprüfung im Maßschneiderhandwerk Schwerpunkt Damen und Herren
Vita Lilian Würkner
- Jahrgang 1988
- 2013 Gesellenprüfung im Maßschneiderhandwerk
- 2018 Meisterprüfung im Maßschneiderhandwerk
Complet - Fahrradkleid
Beschreibung der Jury
Die Kombination aus Etuikleid und Jacke in perfekter Schneidertechnik überrascht mit einem sportlichen Konzept. Der elegante Schnitt des Kleides ist mit der schmalen eingearbeiteten Hose und dem seitlichen Reißverschluss gleichzeitig fahrradtauglich. Das für die sportliche Jacke verwendete Reflektionsmaterial sowie der Stoff mit eingearbeiteten Reflektionsfäden werden aus Gründen der Nachhaltigkeit in Deutschland hergestellt. Als neuer Beitrag zur urbanen Mobilität in perfekter ökologisch-handwerklicher Umsetzung überzeugt das Konzept.
Complet-Fahrradkleid von Lilian Würkner und Antonia Freund, Maßschneiderinnen
Preisträgerin in der Kategorie Schmuck + Gerät
Preisträgerin Schmuck + Gerät
Daphne Spiegel
Hanau
Vita
- Jahrgang 1991
- Ausbildung zur staatlich geprüften Gold- und Silberschmiedin
- 2015 bis 2017 Gesellentätigkeit als Silberschmiedin
- 2020 Abschluss zur Gold- und Silberschmiedemeisterin und Designerin
- seit 2017 selbstständig
Vom Strohhalm zur Blase - 3 Vasen
Beschreibung der Jury
Der Gegensatz zwischen den unregelmäßig geformten Glasblasen und den perfekt in Silber Konstruierten trichterförmigen Aufsätzen lässt tänzerische Figuren entstehen. Der anvisierte Form- und Materialkontrast unterstreicht die Originalität der Gesamtform, die als kleines verwandelbares Objekt für sich, aber auch in Verwendung als Vase überzeugt.
Vom Strohhalm zur Blase - drei Vasen
Preisträger in der Kategorie Gesellenpreis I
Gesellenpreis
Lukas Thannheimer
Bad Wildungen
Vita
- Jahrgang 1997
- 2017 bis 2018 Universität Kassel Lehramt
- 2018 bis 2020 Ausbildung in der Tischlerei Bock,
Bad Wildungen – Braunau - 2020 Gesellenprüfung zum Tischler
Sekretär aus Kirschholz
Beschreibung der Jury
Das zierliche Schreibmöbel mit einem maximal filigranen Untergestell ist ganz aus einem Holz gefertigt. Klassische handwerkliche Konstruktionsdetails sind mit großer Feinheit ausgeführt. Gekonnt wird mit den gestalterischen Mitteln vom Horizontalrolladen, den Griffmulden bis zu den ausgewogenen Proportionen umgegangen. Das harmonische Gesamtbild hat überzeugt.
Sekretär aus Kirschholz
Preisträger in der Kategorie Gesellenpreis II
Gesellenpreis
Larissa Thiel
Berlin
Vita
- Jahrgang 1993
- Ausbildung zur Gold- und Silberschmiedin an der staatlichen Zeichenakademie Hanau
- 2020 Abschluss
- Artist in Residence Duncan of Jordanstone College of Art and Design, in Dundee (UK)
- selbstständig
KUNNG - 2 Schalen
Beschreibung der Jury
Vier Kugeln mit zwei unterschiedlichen Durchmessern bestimmen die Silberschale. Zugehörig ist eine zweite Schale aus Aluminium hergestellt, deren Form aus der ersten Schale abgeleitet ist und wie die Verpackung erscheint. Spannung erzeugt der Gegensatz zwischen der geometrischen Form in glänzendem Silber und dem scheinbar verknüllten Papier in matt eloxiertem Weinrot. Das Konzept dieses Schalenpaares entwickelt aus Unterschieden und Gemeinsamkeiten stellt eine neue Herangehensweise an die Gestaltung einer Schalenform dar. Konzept und Wirkung haben überzeugt.
Schalen von Larissa Thiel, Gold- und Silberschmiedin